Eine Masterarbeit in Content Strategie

Im neuen Job wissen alle schon Bescheid. Es wundert keinen, wenn ich Fragebögen ausarbeite und über Themen rede, die man nicht sofort versteht: Relaunchziele messbar machen, Personas entwickeln, UX-Tests durchführen. In meinem Büro unterstützt mich mein Hund Kimmi. Immer wenn ich den Laptop zuklappe, kuschelt sie sich an mich und lädt mich wieder auf. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, eine Pause vorm Endspurt. Vier Semester kaum Feierabend, 24/7 h rund um die Uhr, digitale Lehrfächer auf Slack, Gruppenkonferenzen mit Zoom, digitale Teamarbeit, monatliche Präsenzen in Graz, sogar in London. Das userentwickelte Web von Firefox Mozilla hat mich besonders beeindruckt. Das war supergeil.  Das macht high. Es ist aufregend, was in der neuen digitalen Welt passiert, scheinbar unsichtbar. Und es betrifft uns alle.

Ich bin gerne Masterstudentin der Content Strategie. Neben meinem Job in der Wirtschaftsförderung ist das für mich die Kür. Ich lerne viel neues, was ich als Beraterin weitergeben kann, z. B. wie du eine Message Architektur entwickelt oder wie du Storytelling anwendest, um Kunden zu binden. Der Dschungel der Online-Kommunikation wird verständlich, anwendbar und steuerbar. Besser geht’s nicht.

Leider funktioniert das Leben nicht immer wie geplant. Irgendetwas hemmt mich. Stört mich und lässt mich auf der Stelle stehen. Wann löst sich der Knoten? Ich durchstöbere die Uni Bücherei in Passau, wieder bei den Wiwis. Wie lange ist das her? Die Wochenendausleihe ist zu kurz. Die ersten Bücher trage ich umeinander. Sie bringen nichts. Dann kommen die begehrten Klassiger: Eck/Eichmaier, Kristina Halvorson, Margot Bloomstein. Darauf habe ich gewartet. Okay, ist das mein Startschuss?

Ich trinke Cafe, mehr denn je und Cappuccino dank laktosefreier Milch, Mandelmilch, Soja und was immer da drin ist im weißen Schaum. Hauptsache kein Bauchweh. Dazu Cola Light. Ich habe Hunger, nehme zu, trotz Radln zur Arbeit neuerdings. Ich denke täglich an meine Masterarbeit in Content Strategie. Die vier Semester am Joanneum in Graz sind vorbei. Bin ich jetzt reif fürs Finale? Ich wasche, esse, shoppe, schwimme, lese … und krieg nichts aufs Papier oder in den Laptop. So geht das tagein tagaus den ganzen Sommer lang. Die schlechte Laune kriegt mein Mann ab.

Wie geht Master an der FH Joanneum?

Es gibt Vorgaben, an denen ich mich orientieren soll „COS Master thesis structure – Version 1.0.“ Auf drei Seiten sind die Inhalte der Masterarbeit bis ins Detail vorgegeben:

#Welche Unternehmensziele werden mit dem ganzheitlichen Ansatz der Content Strategie erreicht?

#Welche Untersuchungsmethoden führen zur Entwicklung einer maßgeschneiderten Content Strategie?

#Gibt es Best Practices als Orientierung für das weitere Vorgehen?

#Wer sein die typischen Zielkunden (Personas) und wie verhalten sie sich?

#An welchen Punkten (Touchpoints) erreichst du sie?

#Was sind die wesentlichen Erfolgskriterien einer Content Strategie?

#Wie implementiere ich diese in eine Strategie?

#Wie setzte ich eine gewählte Content Strategie konsequent um?

#Welche Maßnahmen sind dafür geeignet?

Die Vorgaben sind so eng und umfangreich, dass ich mich frage, wie das funktionieren soll. Es geht nicht. Eine Masterarbeit mit Ausarbeitung einer kompletten Content Strategie unter Einbeziehung geeigneter Methoden an einem real existierenden Unternehmensproblem. Dazu die Herausforderungen meines neuen Jobs als Unternehmensberaterin. Hier müssen Abläufe fixiert und Servicemodule kreiert werden. Ich sehe jede Menge Engpässe. Überstunden sind angesagt. Der Auszug von den studierenden Kindern kostet Nerven und der enge Kontakt will gepflegt werden.

Vielleicht mache ich mir als logisch denkender Mensch viel zu viel Gedanken. Immerhin weiß ich, was ich will und das führe ich mir jetzt nochmal vor Augen. Ich habe es selbst gewählt. Als Weiterbildungs-Junky wollte ich mehr wissen, mir einen Überblick verschaffen, wie Unternehmen und Gründer heute im Internet Erfolg haben. Und jetzt ist es an der Zeit zu zeigen, was das Zeug (Content Strategie) wirklich taugt. Das denke ich mir und mache einfach den nächsten Schritt. Das ist dieser Post über den Beginn meiner Masterarbeit, der besten Arbeit meines Lebens.

Einfach weitermachen J Ja genau. Denn immerhin will ich ja wissen, wie es mit der wissenschaftlichen Arbeit und mit mir und dem Mehrwert für meinen Kunden in Sachen Content Strategie ausgeht.

Der Post ist fertig. Damit habe ich alles, was mich beschäftigt raus geschrieben. Auf geht’s! Wie Phönix aus der Asche mache ich mich auf zum nächsten Stepp. Ich versuche jeden Tag, neu anzufangen, auch wenn zu viele Lebensereignisse aufeinander ziemlich bremsend sind. Sollte jemand unter euch Lesern ähnliches bei einer großen Aufgabe empfunden haben, dann meldet euch bitte. Ich wäre dankbar dafür. Und freut euch auf den nächsten Post. Denn die Sache mit der Masterarbeit wird richtig spannend für alle Interessierten, die es wissen wollen und sollen.

Weiter geht’s mit  „Titel, Themen, Teacher“.

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch eure Andrea Kahr

 

Andrea Kahr bei der Literaturrecherche in der Bibliothek Passau